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Körperbemalung
im Alltag Wir können heute davon ausgehen, dass schon die ersten Menschen ihren eigenen Körper für künstlerische, magische und rituelle Zwecke mit den unterschiedlichsten Farbstoffen und Techniken verzierten. Der Mensch nutzte die Möglichkeit, seine naturgegebene Gestalt bewusst, sinnvoll, kreativ und einzigartig mit äußeren Mitteln zu verändern. Körperbemalung im Alltag Wir wissen, dass viele Tiere regelrechte Spezialisten auf dem Gebiet des Tarnens und Täuschens sind. Es gibt Insekten, die aussehen wie Blätter oder Schmetterlinge, von deren Flügeln den Feind zwei riesige "Augen" ansehen. Das für seine Anpassungsfähigkeit wohl bekannteste Tier ist das Chamäleon, das je nach Umgebung blitzartig seine Farbe ändern kann. Aber nicht nur die Tiere dieser Erde, auch der Mensch hat sich die Kraft der Farben zu Nutze gemacht, um seine natürliche Gestalt völlig zu verändern.
Rituelle Körperbemalung und sozialer
Rang Von jeher verwendete man Bemalungen und
Tätowierungen aber auch dazu, Rangordnungen innerhalb eines
Stammes oder einer sozialen Gruppe festzulegen. Wir kennen dieses
Phänomen auch aus unserem Kulturkreis. Punker, Grufties
und Rocker, die sich selbst ganz bewusst ein andersartiges Aussehen
geben wollen, bemalen und tätowieren ihre Haut, um sich
so ganz deutlich von ihrer Umwelt abzugrenzen. Unserem westlichen Blick mag vieles ungewöhnlich und vielleicht auch unverständlich erscheinen. Dies hängt vor allen Dingen damit zusammen, dass wir seit vielen Generationen die Körperbemalung fast ausschließlich dazu nutzen, unsere sexuelle Attraktivität zu steigern. Die Umsätze der Kosmetikindustrie beweisen auf eindrucksvolle Art, wie stark auch heute noch an die positive Wirkung der Farben geglaubt wird. In beinahe allen anderen Bereichen hat die westliche Kultur die Körperbemalung aus ihrem Leben verbannt. Viele Rituale, die ihren Ursprung in alten Traditionen haben, sind zu profanen Bräuchen verkommen. Das wohl bekannteste Beispiel ist die Freude an der Bemalung im Karneval.
Permanente
und temporäre Körperbemalung Tätowierungen und Narbenornamentik sind die häufigsten Erscheinungsformen der permanenten Hautgestaltung. Vor allen Dingen auf den polynesischen Inseln hat die Kunst des Tätowierens eine weite Verbreitung gefunden. Die Narbenornamentik war dagegen besonders in Afrika verbreitet. Temporäre Körperbemalung hat im Gegensatz zum "echten" Tattoo den Vorteil, dass man die Haut immer wieder neu schmücken kann. Die Anzahl der Techniken und Farben, mit denen sich die Haut gestalten lässt, sind unendlich groß. In den meisten Fällen werden jedoch mineralische Farbpigmente oder Farbstoffe bestimmter Pflanzen verwendet. Letztere werden auch für die jahrhundertealte Tradition der Mehndis verwendet. Viele vergängliche Körpermalereien lassen sich mit Seife und Wasser wieder von der Haut waschen. Andere, wie etwa die Henna-Mehndis, verschwinden nach einiger Zeit von selbst wieder, da sich die oberste Schicht unserer Haut (Epidermis) ständig erneuert. Da die Farbe nicht in tiefere Hautschichten eindringt, wird sie mit den Hautschüppchen abgestoßen. Da es bis zu vier Wochen dauern kann, ehe sich die Haut voll erneuert hat, ist auch das Mehndi so lange zu sehen. Allerdings verblasst es mit der Zeit. Und da sich unsere Haut nicht gleichmäßig schuppt, erscheint das Mehndi zuletzt oft unregelmäßig. Jetzt kann man sich entscheiden, ob man das Mehndi erneuern will oder ob es völlig verblassen soll. |
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