Motive

Die Motivwahl
Indische Mehndis
Mehndis als Brautschmuck
Tätowierungen und andere Zeichen
Afrikanische Muster
Die Bemalung der Berberfrauen
Der schwarze Kontinent
Das alte Ägypten
Ägyptische Hieroglyphen
Zeichen der Indianer
Die Indianer Nordamerikas
Südamerikanische Indianer
Chinesische Schriftzeichen
Höhlenmalereien
Keltische Zeichen
Muster und Farben
Tierkreiszeichen
Tribals
Polynesien
Die Maori
Japan
Glückbringer
Verschiedene Motive
Mehndi mit Freunden
Mehndi in der Partnerschaft
Mehndi für Kinder


Die ersten Fragen, die sich vor dem Aufmalen eines Mehndi stellen, sind die, an welcher Körperstelle das Mehndi sitzen und für welches Motiv man sich entscheiden soll. Will man beispielsweise Schulter oder Dekolletee verzieren, kann das Muster weit großflächiger sein als auf der Hand. Andererseits bieten gerade Hände und Füße die Möglichkeit, besonders abwechslungsreich gestaltete und anspruchsvolle Mehndis zu schaffen, da die Bemalung von Fingern und Zehen aufgrund ihrer Form besondere Sorgfalt verlangt.

Auch die Tatsache, ob das Mehndi für jeden sichtbar oder ob es nur dem Partner bekannt sein soll, ist ein wichtiges Kriterium für seine Platzierung. Will man das Hennagemälde "öffentlich" tragen, spielt nicht zuletzt die Jahreszeit eine Rolle. Im Winter werden wohl nur wenige Leute das Bauchnabel-Mehndi sehen, das im Strandurlaub seine Wirkung nicht verfehlte.

Bei der Auswahl des Motivs haben sie fast unbegrenzte Möglichkeiten. Kleine Piktogramme können ebenso schön aussehen wie spitzenartige Muster, die sich beispielsweise wie ein Handschuh über die ganze Hand erstrecken. Filigrane Zeichen sind ebenso möglich wie großflächige Ornamente. Archaisch anmutende Formen stehen der Abbildung eines "modernen" Symbols in nichts nach. Die einzige "Einschränkung" besteht in der Einfarbigkeit der Hennapaste. Gerade dies kann eine Herausforderung sein, denn auch durch verschiedene Linienführung und Schraffur lassen sich abwechslungsreiche Körperbemalungen anfertigen.

Die Motivwahl
Bevor Sie sich endgültig für ein Mehndi-Motiv entscheiden, sollten Sie überlegen, ob das gewünschte Motiv auch zu Ihrer Persönlichkeit passt, ob es Ihrem Alter und Geschlecht entspricht. Werden Sie sich auch darüber klar, zu welchem Anlass Sie sich mit dem Mehndi schmücken wollen. Es macht schließlich einen großen Unterschied, ob die Bemalung für eine Party, den Urlaub oder für eine Hochzeit bestimmt ist. Bedenken Sie aber auch, dass die Malerei nicht gleich wieder verschwindet.

Dieses Kapitel soll die Vielfalt der heutigen Mehndi-Malerei vermitteln. Dabei soll zuerst auf die so genannten traditionellen Techniken und auf alte Symbolik eingegangen werden. Damit sind jene Mehndis gemeint, wie man sie in Nordafrika, dem mittleren Osten und auf dem indischen Subkontinent findet. Darüber hinaus lässt sich jedoch auch die Symbolik anderer Kulturen für die Mehndi-Malerei entdecken, wie die alten Zeichen der Indianer oder Kelten. Aber nicht nur historische Motive sind erlaubt. Phantasievolle Menschen werden auch in unserer modernen Welt immer wieder Zeichen und Symbole entdecken, die sich als Vorlage für Mehndis eignen. Sie werden sehen, dass Ihrer Kreativität kaum Grenzen gesetzt sind. Im Folgenden finden Sie nicht nur zahlreiche Motivvorschläge, sondern erfahren auch viel über die Tradition der Körperbemalung in den unterschiedlichsten Regionen der Erde und den verschiedensten Epochen der Weltgeschichte. Sie werden staunen, wie vielfältig die Menschen ihre Körper schmückten und noch immer schmücken, und wie leicht sich beinahe jede Ausdrucksform für ein individuelles Mehndi abwandeln lässt.
Lassen Sie sich inspirieren!

Indische Mehndis
Im religiösen Vielvölkerstaat Indien hat nicht nur die Körperbemalung mit Henna eine lange Tradition. Einige Volksstämme schmücken ihre Haut auch mit dauerhaften Farben, die sie mit Nadeln unter die Haut bringen.

Die wohl auch im Westen bekannteste indische Körperbemalung ist der rote Punkt auf der Stirn der Hindu, der den Segen und Schutz der angebeteten Gottheit sichern soll. Gleichzeitig ist das rote Zeichen ein beliebter Körperschmuck, der auch im modernen Indien noch viele Anhänger hat. Solch ein Stirnzeichen lässt sich jedoch auch wunderbar mit Henna auf die Stirn malen, ebenso wie andere kleine Ornamente.

Mehndis als Brautschmuck
Vor ihrer Hochzeit bemalen indische Frauen ihre Hände und Füße mit aufwändigen Mehndis. Über die Bedeutung und den Ablauf dieser langwierigen traditionellen Prozedur wurde bereits eingangs gesprochen. An dieser Stelle soll jedoch nochmals auf die beliebtesten Motive eingegangen werden, mit denen sich die Bräute vor ihrer Hochzeitsnacht schmücken.

Typisch indisch sind die filigranen, sich wiederholenden Paisleymuster, die wie zarte Spitzen wirken. In den Mustern tauchen immer wieder Blüten auf, die die weibliche Schönheit sowie verschiedene Gottheiten symbolisieren. Besonders beliebt ist die Darstellung der achtblättrigen Lotusblüte. Sie ist das Sinnbild der Hindugöttin Lakshmi, die den Menschen zu Schönheit, Gesundheit und Wohlstand verhilft. Die Blütenmotive werden sorgfältig in die Spitzenmuster eingebaut, oftmals aber auch wie Bänder aneinander geknüpft. Diese Blumenranken sind ein Zeichen der wachsenden Liebe und deshalb bei frisch Verliebten besonders beliebt.

Häufig werden auch Tiere auf die Haut gemalt. Besonders verbreitet ist die Darstellung von Vögeln. Diese Geschöpfe verbinden die Erde mit dem Himmel und sind deshalb ein beliebtes Motiv für das Hochzeits-Mehndi. Treten sie paarweise auf, stehen sie für das zukünftige Brautpaar. Eine besondere Stellung kommt dem Papagei zu: Er wird als Vogel der Liebe angesehen. Elefanten (Symbol für Weisheit und Glück) und Fische (Symbole der Fruchtbarkeit) sind ebenfalls beliebte Tiermotive.

Neben den floralen und Tierornamenten werden aber auch alt überlieferte, indische Symbole in das Mehndi eingebaut, die der Braut Glück und Erfüllung bringen sollen.

Tätowierungen und andere Zeichen
Das Tätowieren ist in Indien eine vorwiegend weibliche Ausdrucksform. Nur wenige Männer schmücken sich auf diese recht schmerzhafte Art und Weise. Tragen Männer Tätowierungen (etwa bei den Kutch in Nordwestindien), sind es meist kleine Tierfiguren, die sie sich auf Jahrmärkten in die Haut stechen lassen. Die meisten Frauen der Kutch schmücken dagegen ihre sichtbaren Körperteile - Arme, Hände und Füße, aber auch Brustansatz, Hals und Gesicht - mit filigranen schwarzen oder grünen Zeichen. Die Muster werden oft in Reihen aufgebracht, so dass gerade an Hals, Armen und Knöcheln der Eindruck einer Kette entsteht. Lediglich das Gesicht wird nur spärlich mit einzelnen Punktornamenten geschmückt (etwa am Kinn, den Wangen, über der Oberlippe oder neben dem Auge).

Bei den Gond (Zentralindien) zeichnen Mütter ihre Töchter, sobald sie in die Pubertät gekommen sind. Mit spitzen Nadeln bringen sie Holzkohlestaub unter die Haut und schmücken auf diese Weise Körper und Gesicht mit einfachen Punkt-, Kreis- und Strichornamenten.

Die klassischen Tattoo-Muster eignen sich natürlich auch hervorragend für die Mehndi-Malerei. Wer einen (möglichst authentischen) dunklen Farbton erzielen will, sollte die Farbe der Hennapaste mit einer tanninhaltigen Flüssigkeit intensivieren (siehe dazu Seite 26f.).

Afrikanische Muster
In Afrika hat die Bemalung der Haut eine große Tradition und ist ein sehr wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Hautschmuck mit Henna ist vor allem in Nordafrika weit verbreitet.

Die Bemalung der Berberfrauen
Die Frauen der Berbervölker in Nordafrika schmücken ihre Haut mit kunstvollen Mustern und Ornamenten. Wie in Indien wird die Malerei mit Hennapaste aufgebracht. Sie dient nicht nur als Schmuck, sondern soll die Frauen auch vor negativen Einflüssen schützen. Dem Henna wird dabei eine sehr positive Wirkung zugeschrieben. Wie ein Amulett soll die Malerei die Trägerin gesund erhalten. Besondere Bedeutung hat der Körperschmuck daher vor allem für Frauen, die geschwächt sind oder sich in einschneidenden Lebensphasen befinden. Vor allem während der Kindheit, der Pubertät, der Hochzeit und der Schwangerschaft wird deshalb große Aufmerksamkeit auf die Körperbemalung gerichtet.

Da die Berber glauben, dass negative Kräfte durch die Öffnungen im Gesicht eindringen können, tragen sie rund um Mund, Nase und Augen Hennaverzierungen auf, die die Trägerin vor Angriffen des Bösen schützen sollen. Da der Körper bereits durch Kleidung vor negativen Energien geschützt ist, werden ansonsten vor allem Hände und Füße mit Ornamenten verziert.

Die kunstvollen Mehndi-Muster werden aus einfachen Grundformen wie Punkten, Linien, Dreiecken und Kreuzen gebildet. Das Aufbringen erfordert natürlich etwas Übung, doch führt der einfache Grundaufbau mit seinen steten Wiederholungen meist zu schönen Ergebnissen.

Der schwarze Kontinent
Noch heute ist bei vielen Völkern Schwarzafrikas das Schmücken der Haut mit Farben bei Festen und Zeremonien ein wichtiges Ritual.

Die Bemalung wird mit Erd- und Pflanzenfarben ausgeführt, Henna ist dabei eher ungebräuchlich. Doch eignen sich die Motive Schwarzafrikas hervorragend für die Mehndi-Malerei. Die Muster sind meist ornamental und können sehr streng aufgebaut sein. Geometrische Formen sind ebenso weit verbreitet wie Linien und Punkte. Aber auch Wellenlinien und Spiralen sind zu finden, die manchmal den ganzen Körper überziehen.

Die berühmtesten Hautmalereien Schwarzafrikas sind die der Nuba (Südsudan). Vor allem die Männer sind wahre Künstler der Köperbemalung und schmücken sich farbenprächtig. Meist finden sie sich dazu mit ihren Altersgenossen zusammen und helfen sich gegenseitig dabei, ihre Körper zu bemalen. Auf die Verzierung des Gesichts wird dabei besonderer Wert gelegt. Die Frauen der Nuba sind nicht mit Farbe, sondern mit ornamentalen Narbenmustern verziert, deren Anbringung streng reglementiert ist. Die Verzierung der Haut mit Schmucknarben war früher in ganz Afrika weit verbreitet. Der schmerzhafte Brauch ist heute jedoch in den meisten Staaten verboten.

Auch die ausdrucksstarken Muster der Narbenornamentik lassen sich gut auf die Mehndi-Malerei übertragen. Ähnlich wie bei der Gestaltung mit Farbe wurden die Schmucknarben zu Ornamentbänder aus Punkten, Linien und geometrischen Grundformen gestaltet. Besonders reizvoll sind diese Verzierungen auf der Haut an Dekolletee und Schulter.

Das alte Ägypten (zu den Motiven)
Aus Ägypten stammen die ältesten Spuren von Mehndi-Malerei. Wie in anderen Hochkulturen begannen die Menschen bald, ihre Gesichter mit Farbe zu schmücken.

Die ägyptischen Frauen verzierten nicht nur ihre Nägel mit Henna, sondern tönten auch ihre Lippen mit der lang haltenden Farbe. Auch die Pharaonen ließen sich ihre Fingernägel mit dem roten Farbstoff bemalen. Grabfunde haben ergeben, dass auch die Tücher, in die die Pharaonen nach ihrem Tod gewickelt wurden, häufig mit Henna gefärbt waren. Außerdem wurden bei den Grabbeigaben kleine Plastiken gefunden, deren Oberfläche mit Punktornamenten und Linien versehen sind. Man vermutet, dass diese Verzierungen den bekannten Körperbemalungen oder Tätowierungen nachempfunden wurden.#

Ägyptische Hieroglyphen (zu den Motiven)
Eine besonders reizvolle Art der Hennamalerei ist der Schmuck der Haut mit ägyptischen Hieroglyphen. Natürlich kann man sein Hieroglyphen-Mehndi allein nach ästhetischen Gesichtspunkten auswählen. Interessanter ist es jedoch, sich ein Bild auf die Haut zu malen, das als Sinnbild für die eigenen Gefühle und Gedanken verstanden werden kann.

Wer sich mit solch einem Motiv schmücken will, sollte sich daher zuerst darüber informieren, welche Kräfte und Eigenschaften dem Dargestellten zugeteilt waren.

Zeichen der Indianer (zu den Motiven)
Wie bei den meisten Naturvölkern war bei den Indianern die Bemalung der Haut ein Ritual von großer Bedeutung. Alle Indianervölker Nord- und Südamerikas schmückten ihre Haut mit Farben. Die Motive und Malstile waren dabei so zahlreich wie die Stämme des amerikanischen Kontinents.

Die Indianer Nordamerikas (zu den Motiven)
Bei den Indianern Nordamerikas spielte die Bemalung des Körpers eine große Rolle. Sie gab als eine Art Zeichensystem Auskunft über Rang, Herkunft und sogar über den Gemütszustand des Trägers. Interessant ist, dass vor allem bei den Männern die Körperbemalung verbreitet war.

Der Körperschmuck war strengen Regeln unterworfen und die Zeichen hatten ganz bestimmte Bedeutungen. Viele Motive zeichneten den Träger aus und durften nur von Personen verwendet werden, die sich das Recht erworben hatten, die Bemalung zu tragen. Nur würdige Stammesmitglieder durften sich bemalen. Männer, die ihre Tapferkeit weder im Kampf noch auf der Jagd unter Beweis stellen konnten, hatten kein Recht auf die Bemalung ihres Körpers und noch weniger auf die Bemalung des Gesichts. Daher galt ein ungeschmücktes Gesicht als große Schande.

Der Hautschmuck konnte gegenständlich oder rein ornamental sein. Die Stämme des Südostens beispielsweise schmückten den ganzen Körper mit Ornamenten. Die Muster waren häufig in Schmuckbändern angelegt. Oft waren die Körper vollständig mit Mustern bedeckt, so dass die ersten Einwanderer die Bemalung für Kleidungsstücke hielten. Bei anderen Völkern - etwa im Südwesten - wurden vielfach gegenständliche Bemalungen ausgeführt. Weit verbreitet war das Frosch- oder Eidechsenmotiv, das für Fruchtbarkeit stand.

Die Indianer verzierten ihre Körper mit Erd- und Pflanzenfarben. Die Bemalung mit Henna war unüblich.

Dennoch eignen sich die Ornamente und Symbole der Indianer hervorragend für die Mehndi-Malerei. Der Rotton des Henna entspricht der wichtigsten Farbe der Indianer. Rot galt als heilige Farbe, stand für Triumph und Erfolg. Die Verwendung einer intensiven rötlichen Hennapaste sorgt deshalb für Authentiziät bei einer Bemalung mit Motiven. Gerade die indianischen Ornamentbänder und Sternzeichen lassen sich in der Mehndi-Malerei hervorragend verwenden und sind zum Beispiel am Oberarm ein interessanter Eyecatcher.

Südamerikanische Indianer (zu den Motiven)
Besonders bei den Bewohnern der tropischen Regenwälder Südamerikas war der Schmuck der Haut mit Farbe sehr bedeutsam. Die Bemalung der Haut war eine wichtige Art sich mitzuteilen und ist es bei den noch heute existierenden Indianerstämmen noch immer. Farben und Motive gaben und geben Auskunft über den gesellschaftlichen Rang des Trägers, den Anlass der Bemalung und - da sich die Bemalung von Männern und Frauen unterscheidet - über das Geschlecht.
Die Muster der südamerikanischen Indianer sind meist ornamental. Die Bandbreite der Gestaltung geht dabei von großflächiger Malerei bis hin zu fein ziselierter Ornamentik. Vor allem von den historischen Völkern Südamerikas wie den Inkas und Majas sind viele Ornamente und Zeichen überliefert, die sich hervorragend für die Mehndi-Malerei eignen.

Chinesische Schriftzeichen
In China hat die Körperbemalung als Ausdrucksmittel der berühmten Pekingoper eine mindestens 1000 Jahre alte Tradition. Bei dieser prächtigen Vorstellung werden in Tanz und Gesang, mit Akrobatik, Sprache und Pantomime das Leben und die Abenteuer alter Volkshelden vorgeführt, die auch heute noch fast göttlich verehrt werden.

Man nimmt an, dass sich die Pekingoper aus alten kultischen Feiern entwickelt hat. Mit schwarzen und weißen Gesichtsbemalungen sollten Gut und Böse dargestellt werden.

Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich die Zeremonie jedoch zu einem eher weltlichen Spektakel. Die Schauspieler trugen prächtige Kostüme und ihre Gesichter wurden auf kunstvollste Weise bemalt. Den Farben kam dabei ein wichtige Bedeutung zu. Rot beispielsweise war die Farbe der Treue und Standhaftigkeit. Schwarz waren die Gesichter derjenigen Spieler, deren Charakter für den Zuschauer als zu wild und ungestüm zu erkennen sein sollte. Ein gelbes Gesicht zeugte von der Verschlossenheit der Person. Blau symbolisierte Grausamkeit, Dämonen hatten grüne Gesichter. An derartigen Traditionen hält man auch heute noch fest.

Auch wenn sich die farbenprächtigen Gesichtsbemalungen der Pekingoper nicht für die Hennamalerei übernehmen lassen, kann man die Faszination für die jahrtausendealte Hochkultur Chinas in ein Mehndi übertragen.

Höhlenmalereien
Man vermutet, dass sich mit der Sesshaftwerdung der ersten Menschen auch die Kunst der Körperbemalung verfeinerte. In Südostalgerien kann man noch heute erkennen, mit welchen Mustern die Menschen tausende Jahre vor unserer Zeitrechnung ihre Haut schmückten. Ob es sich dabei um Bemalungen mit mineralischen oder pflanzlichen Pigmenten handelte oder ob die Menschen die Farbstoffe bereits in die Haut einbrachten, lässt sich heute nicht mehr sagen.
Die Körperbemalung erfüllte nicht nur kultische Zwecke, sondern verlieh auch der Standes- und Stammeszugehörigkeit Ausdruck. Die Muster waren einfach, die meisten Malereien zeigen Menschen, deren Haut mit Punktornamenten, Strichen und Wellenlinien verziert ist. Unter den Höhlenmalereien findet man jedoch nicht nur Beispiele und Anregungen für die eigene Körperbemalung. Auch die Zeichnungen selbst können als archaisch anmutende Motive für ein Mehndi verwendet werden. Zeichnungen, die an die schlichte Kunst der Steinzeitmenschen erinnern, sind besonders gut zum Freihandzeichnen geeignet. Ihr Charme liegt gerade in der nicht völlig perfekten Geraden und in der Improvisation. Der Orangeton der Hennamalerei kommt dabei der bräunlichen Farbgebung vieler Höhlenmalereien sehr nahe, was den Figuren einen zusätzlichen Reiz verleiht.

Keltische Zeichen (zu den Motiven)
Da die Kelten keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen haben, lässt sich ihre Geschichte und Kultur nur mit Hilfe mün
dlich überlieferter Mythen und anhand der Aufzeichnungen römischer und christlicher Geschichtsschreiber rekonstruieren. Die wichtigsten "Botschafter" der Kultur dieses Volksstammes sind jedoch die noch heute erhaltenen Kunstwerke.

Mit ihren ausdrucksstarken Mustern verzierten die Kelten nicht nur Waffen, Gebrauchs- und Kunstgegenstände, sondern auch ihre eigenen Körper. Ob es religiöse Gründe für diesen "Schmuck" gab, ob die Körperbemalung Feinde abschrecken sollte oder ob sie lediglich dekorativen Nutzen hatte, lässt sich heute nicht mehr feststellen.

Muster und Farben
Die ausdrucksstarken und ungewöhnlichen Formen in ihrer Kunst sind mit Sicherheit einer der wichtigsten Gründe für das wachsende Interesse an keltischer Kultur. Filigrane, verschlungene Linien und Symbole sind ebenso ein Merkmal wie abstrakte Abbildung von Tieren, Pflanzen und Menschen.

Ein besonderes Kennzeichen der keltischen Muster ist ihre Symmetrie. Egal ob geometrische Formen oder verschlungene Spiralen: die meisten Bilder sind über eine oder mehrere Achsen gespiegelt und werden erst dadurch ein komplexes Ganzes.

Das wohl wichtigste Symbol der Kelten ist die Spirale, die die Unendlichkeit symbolisieren soll. Sie ist zugleich das Grundelement vieler anderer Zeichen. Noch komplexer erscheinen Flechtwerke, die mit großer Wahrscheinlichkeit den Kreislauf von Leben und Tod darstellen sollten. Solche geflochtenen Ornamente ließen sich einzeln aufbringen oder zu einem endlosen Band aneinanderreihen.
Das wohl beliebteste keltische Tiermotiv war der Vogel. Man nimmt heute an, dass die verschiedenen Vogelmotive (wie Adler, Schwan, Rabe und Eule) denselben Ursprung haben. Ihre Körper sind wie bei der Darstellung anderer Tiere und Menschen stark abstrahiert und ähneln den klassischen Flechtornamenten. Ebenfalls aus diesen Elementen baut sich der "Baum des Lebens" auf, dessen Darstellung in Buchmalereien und auf Skulpturen überliefert ist. Wenn auch die keltische Variation des klassischen Weinstockmotivs nicht weit verbreitet war, so eignet sie sich doch hervorragend als Mehndi-Schmuckband.

Die Kelten verwendeten für ihre Körperbemalungen Farben pflanzlicher und mineralischer Herkunft. Obwohl sie unterschiedliche Rohstoffe zur Herstellung der verschiedensten Farben kannten, nimmt man heute an, dass die am weitest verbreiteten Farbtöne Krapp (rot) und Waid (blau) waren. Bei der Gestaltung ihrer artifiziell verschlungenen (nicht nur Körper-) Malereien verwendeten die Kelten in der Regel maximal vier Farbtöne. Diese wurden jedoch mit großer Sorgfalt in Bezug auf ihre gegenseitige Kontrastwirkung ausgewählt.

Wer ein keltisches Muster als Mehndi auf die Haut malen will, kann versuchen, die unterschiedlichen Farben durch verschiedene Schraffuren zu ersetzen. Auf diese Weise lassen sich die optischen Täuschungen vieler Muster auch mit nur einer Farbe sehr gut nachahmen. Auch der wiederholte Auftrag von Hennabrei auf ausgewählte Linien und Flächen kann zu einem stärkeren Hell-Dunkel-Effekt führen.

Tierkreiszeichen
In Indien und Nordafrika haben Mehndis eine jahrtausendealte Geschichte. Aus diesen Regionen der Erde stammen unzählige traditionelle Motive. Aber nicht nur altüberlieferte Muster, Zeichen und Symbole eignen sich für Mehndis. Wer seine Haut mit einem dekorativen Bild schmücken will, findet in den Darstellungen der astrologischen Sternzeichen schöne Motive.

Wohl seit ihren Ursprüngen versuchen die Menschen die Sterne zu deuten und in ihrem Lauf das eigene Schicksal zu erkennen. Eine besondere Rolle kommt dabei schon lange den Sternbildern des Tierkreises zu. Die Idee der Tierkreiszeichen hat ihren Ursprung vermutlich bereits in der frühbabylonischen Kultur. Auch Ägypter und Griechen kannten die Zeichen, bezeichneten sie jedoch teils unterschiedlich. Auch heute noch versteht die Astrologie die Tierkreiszeichen als Gestalttypen, die zwölf unterschiedlichen Menschentypen entsprechen und denen die Planeten sowie Sonne und Mond zugeordnet werden.

In der bildenden Kunst finden sich bis in die neueste Zeit zahlreiche Vorlagen für die Gestaltung eines Tierkreiszeichens. Man kann beim Entwurf eines persönlichen Mehndis aber auch eigene Ideen einfließen lassen. Sehr schön sieht es beispielsweise aus, wenn man das Bild in einen Kreis fasst und diesen mit Sonnenstrahlen oder einem Schmuckband umringt.

Tribals
Mit "Tribal" (englisch "Stammes ...") bezeichnet man eine Vielzahl von Motiven, die ihre Ursprünge in den Stammeskulturen der Welt, insbesondere der ozeanischen Völker haben. Sie eignen sich hervorragend für ein Mehndi, da sie in der Regel einfarbig und großflächig sind.

Polynesien
Wohl kein anderes Land Ozeaniens hat in der Kunst der permanenten Farbgestaltung des Körpers eine derartige Kunstfertigkeit erlangt wie Polynesien. Während Frauen meist nur im Gesicht, an Armen und Beinen tätowiert waren, überzogen die polynesischen Männer ihren gesamten Körper mit kunstvollen Mustern und Ornamenten. Aufwendige Muster zeugten von Wohlstand und sozialem Rang. Man erhoffte sich von ihnen Ruhm und Erfolg im Kampf, aber auch Glück in Liebesdingen. Da der polynesischen Mythologie zufolge den Menschen die Kunst des Tätowierens von den Göttern gelehrt wurde, durften die Körperzeichen nur bei feierlichen Zeremonien und nur von speziell ausgebildeten Meistern in die Haut gebracht werden.

Die traditionellen Muster setzen sich aus vielen verschiedenen Ornamenten zusammen, die teilweise mit Schablonen auf die Haut übertragen werden. Jedes Ornament besteht aus mehreren Elementen, die auf unterschiedliche Art miteinander variiert werden können.

Diese Methode macht die polynesischen Tribals auch für die Mehndi-Malerei interessant. Durch die Kombination mehrerer Grundelemente lassen sich auch größere Hautflächen relativ schnell mit einem ausgefallenen und individuellen Muster überziehen.

Die Maori
Die Spirale ist das Grundelement, auf dem sich alle Tattoo-Muster der neuseeländischen Maori aufbauen. Die so genannten "moko" sind in ihrer Art einzigartig. Das Recht auf Tätowierung war nur Adeligen und Freien vorbehalten, wobei Männer weitaus üppiger gezeichnet waren als Frauen. Am meisten Beachtung wurde der Verzierung des Gesichts geschenkt. Die gleichmäßig geschwungenen Linien wurden mit einem meißelähnlichen Instrument in die Haut geschnitten und dann dunkel gefärbt.

Trotz der Vergänglichkeit eines Mehndi sollte man es sich in unseren Breiten gut überlegen, das Gesicht vollflächig zu bemalen. Dennoch kann man sich von den großflächigen und dekorativen Maori-Mustern zu wunderschönen Malereien auf Händen und Schultern inspirieren lassen.

Japan
Die wohl auffälligste Besonderheit japanischer Tätowierungen ist ihre Buntheit. Inspiriert von den traditionellen Holzschnitten achteten die Tätowierkünstler ebenso auf ausgewogene Formen und Figuren als auch auf die Farbkontraste der einzelnen Elemente. Bei der Platzierung des Tattoos folgte man nicht nur ästhetischen Gesichtspunkten, sondern bedachte auch, wie sich die Bilder durch Muskelbewegung veränderten.

Die meisten der klassischen japanischen Motive sind von Tätowierern in der ganzen Welt übernommen worden. Abgesehen von ihrer Farbigkeit lassen sich die meisten Figuren auch für ein Mehndi verwenden. Die Schaufenster und Auslagen der Tattoo-Studios bieten beinahe unerschöpfliche Anregungen für jeden Mehndi-Künstler.

Glücksbringer
Ein Glücksbringer ist ein sehr persönliches Mehndi. Schließlich zeigt man damit jedem, was man mit einem so abstrakten Begriff wie "Glück" in Verbindung bringt. Andererseits kann das Motiv auch so verschlüsselt sein, dass seine Bedeutung wirklich nur dem Träger verständlich ist.

Verschiedene Motive
Natürlich ist das Angebot an geeigneten Motiven sehr groß. Kleeblätter, Hufeisen und Käfer sind nur einige Symbole, die wohl jeder von uns sofort versteht. Doch mit diesen allgemeingültigen Glücksbringern ist es noch lange nicht getan. So wie jeder Mensch seine ganz persönliche Vorstellung von Glück hat, verbindet auch jeder unterschiedliche Erinnerungen, Bilder und Symbole mit diesem Gefühl.
Das schöne an einem Glücks-Mehndi ist, dass es sich wirklich zu jeder Gelegenheit tragen lässt. Nicht nur bei Prüfungen oder in schwierigen Situationen, auch im Alltag kann solch ein auf der Haut getragener Talisman Schutz und Geborgenheit vermitteln und den Träger an die kleinen Glücksmomente des Lebens erinnern.

Ein Glücks-Mehndi kann auf jede erdenkliche Art gestaltet sein. Ob filigrane Zeichen oder großflächige Muster, erlaubt ist alles, was den individuellen Vorstellungen entspricht. Auf der folgenden Seite sehen Sie einige Motive, die sich vom Laien wie vom Profi gleichermaßen verwirklichen lassen.

Mehndi ist keine Kunstform, der man sich allein in einem stillen Kämmerlein hingibt. Schon die großen Henna-Zeremonien in Indien und Marokko beweisen, dass zu einem Mehndi mehr gehört als Hennapaste und das Wissen und die passenden Muster. Für viele Frauen waren die Tage vor der Hochzeit die beste Gelegenheit, die neue Familie kennen zu lernen, entfernte Verwandte und alte Freundinnen wiederzusehen. Und die Sorge der Frauen galt nicht nur der Bemalung und Pflege der Braut. Sie wurde auch in die Geheimnisse der Liebe eingeweiht.

Das Aussehen eines Mehndi gab schon immer Auskunft über den sozialen Rang einer Frau. Nur reiche Frauen konnten es sich leisten, ihren Körper mit aufwändigen Mustern verzieren zu lassen - sei es im Alltag oder zu einem besonderen Anlass. Weniger wohlhabende Frauen hatten nicht die Zeit, ihre Haut üppig zu bemalen. Ihre Mehndis waren einfacher gestaltet. Auch fehlte das Geld, sich von einer Mehndi-Künstlerin bemalen zu lassen. Man trug die Hennapaste entweder selbst auf oder ließ sich von einer nahen Verwandten helfen.

Auch in unserer modernen Zeit kann Mehndi noch einen Beitrag zur zwischenmenschlichen Beziehung leisten. Denn Mehndi ist eine extrovertierte Kunst. Mit dem bemalten Körper signalisiert der Mensch seiner Umwelt, dass er sich ihr gegenüber nicht verschließen will. Gefühle und Standpunkte sollen durch das Mehndi nach außen sichtbar werden, auch wenn sie nicht von jedem gleich verstanden werden. Die Kunst der Hennamalerei ist also ein Kommunikationsmittel, wenn auch ein weitaus subtileres als beispielsweise die Sprache.

Aber nicht nur das fertige Kunstwerk, auch der Schaffensprozess - das Mehndi-Malen selbst - fördert noch immer die Kommunikation und die Gemeinschaft. Das heißt natürlich nicht, dass man nicht in aller Ruhe und für sich ein Mehndi gestalten kann. Aber noch mehr Spaß und Erfahrung bringt es, wenn man die Mehndi-Kunst im direkten Austausch mit anderen ausübt.

Mehndi mit Freunden
Das Malen mit Freunden ist eine der schönsten Möglichkeiten, die Mehndi bietet. In Amerika und England sind solche Hennapartys schon länger der letzte Schrei. Vor allem Freundinnen verabreden sich gerne, um sich mit voller Hingabe und in netter Gesellschaft der Verschönerung des eigenen Körpers zu widmen. Aber Mehndi ist keine reine Frauensache. Auch Männer können durch diese Kunst ihren Körper auf andere Art entdecken, schließlich gibt es viele Motive, die eine außerordentlich männliche Anmutung haben. Viele kreative und verrückte Ideen können entstehen, wenn sich Freunde zum Mehndi-Malen treffen. Eine solche Mehndi-Party ist natürlich besonders schön, wenn man sich an einem lauen Sommertag unter freiem Himmel im Garten trifft.

Aber auch der Stadtpark ist ein geeigneter Ort für das gemeinsame Malen. Gewiss wird es nicht lange dauern, bis sich weitere Menschen zur Gruppe gesellen, die zuschauen, Ratschläge erteilen oder sogar aktiv mitmachen wollen. Zu solch einem Anlass kann jeder seine eigenen Schablonen mitbringen. Wenn Sie viel Zeit haben, können Sie auch gemeinsam in Büchern oder Zeitschriften nach geeigneten Motiven suchen, die sich mittels einer einfachen Haushaltsfolie auf die Haut bringen lassen.

Besonders unterhaltsam ist es, wenn Ihre Freunde das Motiv für Ihr Mehndi aussuchen und umgekehrt. So ganz nebenbei erfährt man dann nämlich, wie man selbst auf andere wirkt. Denn schließlich soll das Bild auf der Haut ja auch immer ein wenig ein Abbild dessen sein, der es trägt. Bei allem Übermut sollten Sie jedoch bei der Motivwahl bedenken, dass das Mehndi zwar bereits nach wenigen Wochen wieder verschwunden ist, Sie sich jedoch in dieser Zeit wohl oder übel mit ihm abfinden müssen.

Mehndi in der Partnerschaft
Verfolgt man die Tradition der Mehndi-Malerei, stellt man fest, dass alle Völker sich nicht nur aus rituellen und magischen Gründen mit Henna bemalen, sondern vor allen Dingen aus erotischen und sinnlichen Gründen, beispielsweise vor einer Hochzeit. Zwar ist es in unseren Breiten eher ungewöhnlich, sich vor der Trauung mit aufwändigen Hennaornamenten bemalen zu lassen. Doch Mehndi bietet gerade all denjenigen eine Alternative, die ihre gegenseitige Liebe und die Hochachtung für das Hochzeitszeremoniell noch auf andere Weise nach außen tragen wollen als mit dem traditionellen Ehering.

Aber auch bereits bestehende Partnerschaften können durch Mehndi auf eine neuartige Art und Weise inspiriert werden. Mehndi ist im wahrsten Sinn des Wortes "berührend". Immer mehr Paare entdecken deshalb Mehndi als Bereicherung ihrer Beziehung. Sanfte Berührungen und körperliche Nähe inspirieren und stimulieren die Sinne. Mehndi-Malen ermöglicht es, eine Symbol- und Bildersprache zu entwickeln, die zur Festigung und Intensivierung der Beziehung führen kann.

Es ist wichtig, sich auf so ein Beziehungsritual gut vorzubereiten. Lädt man seinen Partner oder seine Partnerin zu einem sinnlichen Mehndi-Abend ein, sollte man sich viel Zeit nehmen und dafür sorgen, dass man nicht gestört wird.
Schöne Musik, frische Blumen und erlesene Düfte tragen zur sinnlichen Atmosphäre ebenso bei wie süße Früchte, Pralinen oder andere kulinarische Köstlichkeiten. Vergessen Sie auch nicht, dass der vorbereitete Raum angenehm warm sein sollte.

Eine gemeinsame Dusche reinigt nicht nur die Haut, sondern ist auch eine schöne Einstimmung für den gemeinsamen Abend. Daran anschließend steigert eine gegenseitige Massage das wohlige Gefühl. Vielleicht entdeckt man schon jetzt eine Stelle, die einem besonders gefällt und der man beim Bemalen besondere Aufmerksamkeit schenken will. Kleine Kuhlen, sanfte Wölbungen und Kurven können zu den schönsten Bildern inspirieren. Auch wenn in den traditionellen Mehndi-Ländern die Hennamalereien vorwiegend auf die Gliedmaßen aufgebracht werden, sollten Sie sich an diesem Abend nicht auf diese Körperstellen beschränken. Suchen Sie sich ein besonderes Stückchen Haut für Ihr Liebes-Mehndi aus. Lassen Sie sich Zeit, genießen Sie die vorbereiteten Köstlichkeiten und die gemeinsame Vorfreude auf die anschließende "Zeremonie".
Hat einer von beiden eine Position gefunden, in der er bequem die nächsten zwei Stunden liegen kann, beginnt die eigentliche Mehndi-Zeremonie. Ist das Kunstwerk fertig, legt man eine Pause ein. Man nimmt sich Zeit und lässt die Paste trocknen. Erst dann tauscht man Plätze und Rollen.

Ob sich die Partner anschließend über das Erlebte austauschen oder einfach still den nachschwingenden Zauber des Abends genießen wollen, liegt ganz bei ihnen selbst. In den folgenden Tagen und Wochen wird das Hennabild sie auch dann noch an die schönen Stunden erinnern, wenn die Erinnerung an eine "normale" Liebesnacht vermutlich bereits verblassen würde. Das Mehndi hilft Ihnen somit, sich Ihrer Liebe auch im oft belastenden und stressigen Alltag immer wieder bewusst zu werden.

Mehndi für Kinder
Kinder lieben es, sich mit Filzstiften, Wasserfarbe und allem, was sie in die Hände bekommen, zu bemalen. Wer seine Sprößlinge in ihrer Kreativität bestärken und fördern will und ihnen Mut machen will, sich künstlerisch weiter zu entwickeln, kann sich ohne Bedenken der Mehndi-Malerei bedienen. Denn Mehndi ist nicht nur eine Kunst für Erwachsene, sondern auch eine herrliche Möglichkeit für Kinder, sich künstlerisch auszuprobieren.

Mehndi fördert das Sozialverhalten von Kindern, weil sie sich in den seltensten Fällen alleine bemalen. Viel mehr Spaß macht es schließlich, sich zu zweit oder in einer größeren Gruppen gegenseitig anzumalen. Da verzieren Kinder Kinder, Kinder ihre Eltern und Eltern ihre Kinder. Die Ergebnisse mögen mitunter nicht dem Kunstanspruch eines Erwachsenen genügen, doch darum geht es bei dieser spielerischen Auseinandersetzung mit Mehndi auch gar nicht. Den Kleinen soll es einfach Spaß machen, ihren eigenen und andere Körper zu erforschen und die Vielfalt der Mehndi-Muster zu entdecken.

Hennamalerei auf der eigenen Haut fordert und fördert Kinder ganz anders als herkömmliches Malen mit Farbe und Papier. Da man beim Mehndi-Malen nicht herumtoben kann, da die Paste sonst verschmiert, lernen die Kinder ganz nebenbei still zu sitzen und ihren Körper ruhig zu halten. Damit das dem Kind nicht zu langweilig wird, sollten Eltern sich selbst die Zeit nehmen, diese Ruhephase gemeinsam mit dem Kind zu verbringen. Bei einer spannenden Erzählung wird dann das Warten wie im Fluge vergehen.

Wer seine Kinder mit Mehndi vertraut machen will, darf sie nicht unter Leistungsdruck setzen. Kinder brauchen Freiraum zum Experimentieren, auch wenn das Resultat bei den ersten Versuchen vielleicht lediglich eine rötlich braun verschmierte Körperstelle ist.

Mit der Zeit merken und lernen Kinder, dass es Ruhe, Aufmerksamkeit und Konzentration bedarf, um mit Mehndi etwas "Schönes" zu gestalten. Das ist nicht zuletzt deshalb wichtig, da das Mehndi auch ein paar Wochen Bestand hat, anders als Bilder, die mit Filzstiften gemalt wurden.

Dennoch brauchen Kinder beim Mehndi-Malen mehr Pausen als Erwachsene. Sie sollten sich zwischendurch bewegen können, damit die Lust nicht vergeht. Eltern sollten deshalb ein bisschen darauf achten, dass sich die kleinen Künstler nicht zu große und schwierige Motive vornehmen, deren Gestaltung sie überfordert. Gut ist es auch, wenn die bemalten Stellen während des Trocknens geschützt werden können. Bedecken Sie dazu das Mehndi vorsichtig mit Watte, die zuvor in einer Zucker-Zitronensaft-Mischung getränkt wurde. Wickeln Sie nun eine Lage Haushaltsfolie um die entsprechende Körperstelle und fixieren Sie zuletzt die Folie mit einem Streifen Klebeband. So verpackt können sich die Kinder ungehindert bewegen.

Beliebte Symbole für Kinder
Ob Schmetterlinge, Blümchen, Sterne, Delphine oder Seepferdchen, es gibt zahlreiche Motive, die Kindern besonders gut gefallen. Die Kinder können sie je nach Alter und Erfahrung selbstständig mit Schablonen oder freihändig auf die Haut malen. Probieren Sie es einfach aus. Viel Spaß!