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Motive Die
Motivwahl
Auch die Tatsache, ob das Mehndi für jeden sichtbar oder ob es nur dem Partner bekannt sein soll, ist ein wichtiges Kriterium für seine Platzierung. Will man das Hennagemälde "öffentlich" tragen, spielt nicht zuletzt die Jahreszeit eine Rolle. Im Winter werden wohl nur wenige Leute das Bauchnabel-Mehndi sehen, das im Strandurlaub seine Wirkung nicht verfehlte. Bei der Auswahl des Motivs haben sie fast unbegrenzte Möglichkeiten. Kleine Piktogramme können ebenso schön aussehen wie spitzenartige Muster, die sich beispielsweise wie ein Handschuh über die ganze Hand erstrecken. Filigrane Zeichen sind ebenso möglich wie großflächige Ornamente. Archaisch anmutende Formen stehen der Abbildung eines "modernen" Symbols in nichts nach. Die einzige "Einschränkung" besteht in der Einfarbigkeit der Hennapaste. Gerade dies kann eine Herausforderung sein, denn auch durch verschiedene Linienführung und Schraffur lassen sich abwechslungsreiche Körperbemalungen anfertigen. Die
Motivwahl Dieses Kapitel soll die Vielfalt
der heutigen Mehndi-Malerei vermitteln. Dabei soll zuerst auf
die so genannten traditionellen Techniken und auf alte Symbolik
eingegangen werden. Damit sind jene Mehndis gemeint, wie man
sie in Nordafrika, dem mittleren Osten und auf dem indischen
Subkontinent findet. Darüber hinaus lässt sich jedoch
auch die Symbolik anderer Kulturen für die Mehndi-Malerei
entdecken, wie die alten Zeichen der Indianer oder Kelten. Aber
nicht nur historische Motive sind erlaubt. Phantasievolle Menschen
werden auch in unserer modernen Welt immer wieder Zeichen und
Symbole entdecken, die sich als Vorlage für Mehndis eignen.
Sie werden sehen, dass Ihrer Kreativität kaum Grenzen gesetzt
sind. Im Folgenden finden Sie nicht nur zahlreiche Motivvorschläge,
sondern erfahren auch viel über die Tradition der Körperbemalung
in den unterschiedlichsten Regionen der Erde und den verschiedensten
Epochen der Weltgeschichte. Sie werden staunen, wie vielfältig
die Menschen ihre Körper schmückten und noch immer
schmücken, und wie leicht sich beinahe jede Ausdrucksform
für ein individuelles Mehndi abwandeln lässt. Indische
Mehndis Die wohl auch im Westen bekannteste indische Körperbemalung ist der rote Punkt auf der Stirn der Hindu, der den Segen und Schutz der angebeteten Gottheit sichern soll. Gleichzeitig ist das rote Zeichen ein beliebter Körperschmuck, der auch im modernen Indien noch viele Anhänger hat. Solch ein Stirnzeichen lässt sich jedoch auch wunderbar mit Henna auf die Stirn malen, ebenso wie andere kleine Ornamente. Mehndis
als Brautschmuck Typisch indisch sind die filigranen, sich wiederholenden Paisleymuster, die wie zarte Spitzen wirken. In den Mustern tauchen immer wieder Blüten auf, die die weibliche Schönheit sowie verschiedene Gottheiten symbolisieren. Besonders beliebt ist die Darstellung der achtblättrigen Lotusblüte. Sie ist das Sinnbild der Hindugöttin Lakshmi, die den Menschen zu Schönheit, Gesundheit und Wohlstand verhilft. Die Blütenmotive werden sorgfältig in die Spitzenmuster eingebaut, oftmals aber auch wie Bänder aneinander geknüpft. Diese Blumenranken sind ein Zeichen der wachsenden Liebe und deshalb bei frisch Verliebten besonders beliebt. Häufig werden auch Tiere auf die Haut gemalt. Besonders verbreitet ist die Darstellung von Vögeln. Diese Geschöpfe verbinden die Erde mit dem Himmel und sind deshalb ein beliebtes Motiv für das Hochzeits-Mehndi. Treten sie paarweise auf, stehen sie für das zukünftige Brautpaar. Eine besondere Stellung kommt dem Papagei zu: Er wird als Vogel der Liebe angesehen. Elefanten (Symbol für Weisheit und Glück) und Fische (Symbole der Fruchtbarkeit) sind ebenfalls beliebte Tiermotive. Neben den floralen und Tierornamenten werden aber auch alt überlieferte, indische Symbole in das Mehndi eingebaut, die der Braut Glück und Erfüllung bringen sollen. Tätowierungen
und andere Zeichen Bei den Gond (Zentralindien) zeichnen Mütter ihre Töchter, sobald sie in die Pubertät gekommen sind. Mit spitzen Nadeln bringen sie Holzkohlestaub unter die Haut und schmücken auf diese Weise Körper und Gesicht mit einfachen Punkt-, Kreis- und Strichornamenten. Die klassischen Tattoo-Muster eignen sich natürlich auch hervorragend für die Mehndi-Malerei. Wer einen (möglichst authentischen) dunklen Farbton erzielen will, sollte die Farbe der Hennapaste mit einer tanninhaltigen Flüssigkeit intensivieren (siehe dazu Seite 26f.). Afrikanische
Muster Die
Bemalung der Berberfrauen Da die Berber glauben, dass negative Kräfte durch die Öffnungen im Gesicht eindringen können, tragen sie rund um Mund, Nase und Augen Hennaverzierungen auf, die die Trägerin vor Angriffen des Bösen schützen sollen. Da der Körper bereits durch Kleidung vor negativen Energien geschützt ist, werden ansonsten vor allem Hände und Füße mit Ornamenten verziert. Die kunstvollen Mehndi-Muster werden aus einfachen Grundformen wie Punkten, Linien, Dreiecken und Kreuzen gebildet. Das Aufbringen erfordert natürlich etwas Übung, doch führt der einfache Grundaufbau mit seinen steten Wiederholungen meist zu schönen Ergebnissen. Der
schwarze Kontinent Die Bemalung wird mit Erd- und Pflanzenfarben ausgeführt, Henna ist dabei eher ungebräuchlich. Doch eignen sich die Motive Schwarzafrikas hervorragend für die Mehndi-Malerei. Die Muster sind meist ornamental und können sehr streng aufgebaut sein. Geometrische Formen sind ebenso weit verbreitet wie Linien und Punkte. Aber auch Wellenlinien und Spiralen sind zu finden, die manchmal den ganzen Körper überziehen. Die berühmtesten Hautmalereien Schwarzafrikas sind die der Nuba (Südsudan). Vor allem die Männer sind wahre Künstler der Köperbemalung und schmücken sich farbenprächtig. Meist finden sie sich dazu mit ihren Altersgenossen zusammen und helfen sich gegenseitig dabei, ihre Körper zu bemalen. Auf die Verzierung des Gesichts wird dabei besonderer Wert gelegt. Die Frauen der Nuba sind nicht mit Farbe, sondern mit ornamentalen Narbenmustern verziert, deren Anbringung streng reglementiert ist. Die Verzierung der Haut mit Schmucknarben war früher in ganz Afrika weit verbreitet. Der schmerzhafte Brauch ist heute jedoch in den meisten Staaten verboten. Auch die ausdrucksstarken Muster der Narbenornamentik lassen sich gut auf die Mehndi-Malerei übertragen. Ähnlich wie bei der Gestaltung mit Farbe wurden die Schmucknarben zu Ornamentbänder aus Punkten, Linien und geometrischen Grundformen gestaltet. Besonders reizvoll sind diese Verzierungen auf der Haut an Dekolletee und Schulter. Das
alte Ägypten (zu
den Motiven) Die ägyptischen Frauen verzierten nicht nur ihre Nägel mit Henna, sondern tönten auch ihre Lippen mit der lang haltenden Farbe. Auch die Pharaonen ließen sich ihre Fingernägel mit dem roten Farbstoff bemalen. Grabfunde haben ergeben, dass auch die Tücher, in die die Pharaonen nach ihrem Tod gewickelt wurden, häufig mit Henna gefärbt waren. Außerdem wurden bei den Grabbeigaben kleine Plastiken gefunden, deren Oberfläche mit Punktornamenten und Linien versehen sind. Man vermutet, dass diese Verzierungen den bekannten Körperbemalungen oder Tätowierungen nachempfunden wurden.# Ägyptische
Hieroglyphen (zu
den Motiven) Wer sich mit solch einem Motiv schmücken will, sollte sich daher zuerst darüber informieren, welche Kräfte und Eigenschaften dem Dargestellten zugeteilt waren. Zeichen
der Indianer (zu den Motiven) Die
Indianer Nordamerikas (zu den Motiven) Der Körperschmuck war strengen Regeln unterworfen und die Zeichen hatten ganz bestimmte Bedeutungen. Viele Motive zeichneten den Träger aus und durften nur von Personen verwendet werden, die sich das Recht erworben hatten, die Bemalung zu tragen. Nur würdige Stammesmitglieder durften sich bemalen. Männer, die ihre Tapferkeit weder im Kampf noch auf der Jagd unter Beweis stellen konnten, hatten kein Recht auf die Bemalung ihres Körpers und noch weniger auf die Bemalung des Gesichts. Daher galt ein ungeschmücktes Gesicht als große Schande. Der Hautschmuck konnte gegenständlich oder rein ornamental sein. Die Stämme des Südostens beispielsweise schmückten den ganzen Körper mit Ornamenten. Die Muster waren häufig in Schmuckbändern angelegt. Oft waren die Körper vollständig mit Mustern bedeckt, so dass die ersten Einwanderer die Bemalung für Kleidungsstücke hielten. Bei anderen Völkern - etwa im Südwesten - wurden vielfach gegenständliche Bemalungen ausgeführt. Weit verbreitet war das Frosch- oder Eidechsenmotiv, das für Fruchtbarkeit stand. Die Indianer verzierten ihre Körper mit Erd- und Pflanzenfarben. Die Bemalung mit Henna war unüblich. Dennoch eignen sich die Ornamente und Symbole der Indianer hervorragend für die Mehndi-Malerei. Der Rotton des Henna entspricht der wichtigsten Farbe der Indianer. Rot galt als heilige Farbe, stand für Triumph und Erfolg. Die Verwendung einer intensiven rötlichen Hennapaste sorgt deshalb für Authentiziät bei einer Bemalung mit Motiven. Gerade die indianischen Ornamentbänder und Sternzeichen lassen sich in der Mehndi-Malerei hervorragend verwenden und sind zum Beispiel am Oberarm ein interessanter Eyecatcher. Südamerikanische
Indianer (zu
den Motiven) Chinesische
Schriftzeichen Man nimmt an, dass sich die Pekingoper aus alten kultischen Feiern entwickelt hat. Mit schwarzen und weißen Gesichtsbemalungen sollten Gut und Böse dargestellt werden. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich die Zeremonie jedoch zu einem eher weltlichen Spektakel. Die Schauspieler trugen prächtige Kostüme und ihre Gesichter wurden auf kunstvollste Weise bemalt. Den Farben kam dabei ein wichtige Bedeutung zu. Rot beispielsweise war die Farbe der Treue und Standhaftigkeit. Schwarz waren die Gesichter derjenigen Spieler, deren Charakter für den Zuschauer als zu wild und ungestüm zu erkennen sein sollte. Ein gelbes Gesicht zeugte von der Verschlossenheit der Person. Blau symbolisierte Grausamkeit, Dämonen hatten grüne Gesichter. An derartigen Traditionen hält man auch heute noch fest. Auch wenn sich die farbenprächtigen
Gesichtsbemalungen der Pekingoper nicht für die Hennamalerei
übernehmen lassen, kann man die Faszination für die
jahrtausendealte Hochkultur Chinas in ein Mehndi übertragen. Keltische
Zeichen (zu
den Motiven) Mit ihren ausdrucksstarken Mustern verzierten die Kelten nicht nur Waffen, Gebrauchs- und Kunstgegenstände, sondern auch ihre eigenen Körper. Ob es religiöse Gründe für diesen "Schmuck" gab, ob die Körperbemalung Feinde abschrecken sollte oder ob sie lediglich dekorativen Nutzen hatte, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Muster
und Farben Ein besonderes Kennzeichen der keltischen Muster ist ihre Symmetrie. Egal ob geometrische Formen oder verschlungene Spiralen: die meisten Bilder sind über eine oder mehrere Achsen gespiegelt und werden erst dadurch ein komplexes Ganzes. Das wohl wichtigste Symbol der
Kelten ist die Spirale, die die Unendlichkeit symbolisieren soll.
Sie ist zugleich das Grundelement vieler anderer Zeichen. Noch
komplexer erscheinen Flechtwerke, die mit großer Wahrscheinlichkeit
den Kreislauf von Leben und Tod darstellen sollten. Solche geflochtenen
Ornamente ließen sich einzeln aufbringen oder zu einem
endlosen Band aneinanderreihen. Die Kelten verwendeten für ihre Körperbemalungen Farben pflanzlicher und mineralischer Herkunft. Obwohl sie unterschiedliche Rohstoffe zur Herstellung der verschiedensten Farben kannten, nimmt man heute an, dass die am weitest verbreiteten Farbtöne Krapp (rot) und Waid (blau) waren. Bei der Gestaltung ihrer artifiziell verschlungenen (nicht nur Körper-) Malereien verwendeten die Kelten in der Regel maximal vier Farbtöne. Diese wurden jedoch mit großer Sorgfalt in Bezug auf ihre gegenseitige Kontrastwirkung ausgewählt. Wer ein keltisches Muster als Mehndi auf die Haut malen will, kann versuchen, die unterschiedlichen Farben durch verschiedene Schraffuren zu ersetzen. Auf diese Weise lassen sich die optischen Täuschungen vieler Muster auch mit nur einer Farbe sehr gut nachahmen. Auch der wiederholte Auftrag von Hennabrei auf ausgewählte Linien und Flächen kann zu einem stärkeren Hell-Dunkel-Effekt führen. Tierkreiszeichen Wohl seit ihren Ursprüngen versuchen die Menschen die Sterne zu deuten und in ihrem Lauf das eigene Schicksal zu erkennen. Eine besondere Rolle kommt dabei schon lange den Sternbildern des Tierkreises zu. Die Idee der Tierkreiszeichen hat ihren Ursprung vermutlich bereits in der frühbabylonischen Kultur. Auch Ägypter und Griechen kannten die Zeichen, bezeichneten sie jedoch teils unterschiedlich. Auch heute noch versteht die Astrologie die Tierkreiszeichen als Gestalttypen, die zwölf unterschiedlichen Menschentypen entsprechen und denen die Planeten sowie Sonne und Mond zugeordnet werden. In der bildenden Kunst finden sich bis in die neueste Zeit zahlreiche Vorlagen für die Gestaltung eines Tierkreiszeichens. Man kann beim Entwurf eines persönlichen Mehndis aber auch eigene Ideen einfließen lassen. Sehr schön sieht es beispielsweise aus, wenn man das Bild in einen Kreis fasst und diesen mit Sonnenstrahlen oder einem Schmuckband umringt. Tribals Polynesien Die traditionellen Muster setzen sich aus vielen verschiedenen Ornamenten zusammen, die teilweise mit Schablonen auf die Haut übertragen werden. Jedes Ornament besteht aus mehreren Elementen, die auf unterschiedliche Art miteinander variiert werden können. Diese Methode macht die polynesischen Tribals auch für die Mehndi-Malerei interessant. Durch die Kombination mehrerer Grundelemente lassen sich auch größere Hautflächen relativ schnell mit einem ausgefallenen und individuellen Muster überziehen. Die
Maori Trotz der Vergänglichkeit eines Mehndi sollte man es sich in unseren Breiten gut überlegen, das Gesicht vollflächig zu bemalen. Dennoch kann man sich von den großflächigen und dekorativen Maori-Mustern zu wunderschönen Malereien auf Händen und Schultern inspirieren lassen. Japan Die meisten der klassischen japanischen Motive sind von Tätowierern in der ganzen Welt übernommen worden. Abgesehen von ihrer Farbigkeit lassen sich die meisten Figuren auch für ein Mehndi verwenden. Die Schaufenster und Auslagen der Tattoo-Studios bieten beinahe unerschöpfliche Anregungen für jeden Mehndi-Künstler. Glücksbringer
Verschiedene
Motive Ein Glücks-Mehndi kann auf jede erdenkliche Art gestaltet sein. Ob filigrane Zeichen oder großflächige Muster, erlaubt ist alles, was den individuellen Vorstellungen entspricht. Auf der folgenden Seite sehen Sie einige Motive, die sich vom Laien wie vom Profi gleichermaßen verwirklichen lassen. Mehndi ist keine Kunstform, der man sich allein in einem stillen Kämmerlein hingibt. Schon die großen Henna-Zeremonien in Indien und Marokko beweisen, dass zu einem Mehndi mehr gehört als Hennapaste und das Wissen und die passenden Muster. Für viele Frauen waren die Tage vor der Hochzeit die beste Gelegenheit, die neue Familie kennen zu lernen, entfernte Verwandte und alte Freundinnen wiederzusehen. Und die Sorge der Frauen galt nicht nur der Bemalung und Pflege der Braut. Sie wurde auch in die Geheimnisse der Liebe eingeweiht. Das Aussehen eines Mehndi gab schon immer Auskunft über den sozialen Rang einer Frau. Nur reiche Frauen konnten es sich leisten, ihren Körper mit aufwändigen Mustern verzieren zu lassen - sei es im Alltag oder zu einem besonderen Anlass. Weniger wohlhabende Frauen hatten nicht die Zeit, ihre Haut üppig zu bemalen. Ihre Mehndis waren einfacher gestaltet. Auch fehlte das Geld, sich von einer Mehndi-Künstlerin bemalen zu lassen. Man trug die Hennapaste entweder selbst auf oder ließ sich von einer nahen Verwandten helfen. Auch in unserer modernen Zeit kann Mehndi noch einen Beitrag zur zwischenmenschlichen Beziehung leisten. Denn Mehndi ist eine extrovertierte Kunst. Mit dem bemalten Körper signalisiert der Mensch seiner Umwelt, dass er sich ihr gegenüber nicht verschließen will. Gefühle und Standpunkte sollen durch das Mehndi nach außen sichtbar werden, auch wenn sie nicht von jedem gleich verstanden werden. Die Kunst der Hennamalerei ist also ein Kommunikationsmittel, wenn auch ein weitaus subtileres als beispielsweise die Sprache. Aber nicht nur das fertige Kunstwerk, auch der Schaffensprozess - das Mehndi-Malen selbst - fördert noch immer die Kommunikation und die Gemeinschaft. Das heißt natürlich nicht, dass man nicht in aller Ruhe und für sich ein Mehndi gestalten kann. Aber noch mehr Spaß und Erfahrung bringt es, wenn man die Mehndi-Kunst im direkten Austausch mit anderen ausübt. Mehndi
mit Freunden Aber auch der Stadtpark ist ein geeigneter Ort für das gemeinsame Malen. Gewiss wird es nicht lange dauern, bis sich weitere Menschen zur Gruppe gesellen, die zuschauen, Ratschläge erteilen oder sogar aktiv mitmachen wollen. Zu solch einem Anlass kann jeder seine eigenen Schablonen mitbringen. Wenn Sie viel Zeit haben, können Sie auch gemeinsam in Büchern oder Zeitschriften nach geeigneten Motiven suchen, die sich mittels einer einfachen Haushaltsfolie auf die Haut bringen lassen. Besonders unterhaltsam ist es, wenn Ihre Freunde das Motiv für Ihr Mehndi aussuchen und umgekehrt. So ganz nebenbei erfährt man dann nämlich, wie man selbst auf andere wirkt. Denn schließlich soll das Bild auf der Haut ja auch immer ein wenig ein Abbild dessen sein, der es trägt. Bei allem Übermut sollten Sie jedoch bei der Motivwahl bedenken, dass das Mehndi zwar bereits nach wenigen Wochen wieder verschwunden ist, Sie sich jedoch in dieser Zeit wohl oder übel mit ihm abfinden müssen. Mehndi
in der Partnerschaft Aber auch bereits bestehende Partnerschaften können durch Mehndi auf eine neuartige Art und Weise inspiriert werden. Mehndi ist im wahrsten Sinn des Wortes "berührend". Immer mehr Paare entdecken deshalb Mehndi als Bereicherung ihrer Beziehung. Sanfte Berührungen und körperliche Nähe inspirieren und stimulieren die Sinne. Mehndi-Malen ermöglicht es, eine Symbol- und Bildersprache zu entwickeln, die zur Festigung und Intensivierung der Beziehung führen kann. Es ist wichtig, sich auf so ein
Beziehungsritual gut vorzubereiten. Lädt man seinen Partner
oder seine Partnerin zu einem sinnlichen Mehndi-Abend ein, sollte
man sich viel Zeit nehmen und dafür sorgen, dass man nicht
gestört wird. Eine gemeinsame Dusche reinigt
nicht nur die Haut, sondern ist auch eine schöne Einstimmung
für den gemeinsamen Abend. Daran anschließend steigert
eine gegenseitige Massage das wohlige Gefühl. Vielleicht
entdeckt man schon jetzt eine Stelle, die einem besonders gefällt
und der man beim Bemalen besondere Aufmerksamkeit schenken will.
Kleine Kuhlen, sanfte Wölbungen und Kurven können zu
den schönsten Bildern inspirieren. Auch wenn in den traditionellen
Mehndi-Ländern die Hennamalereien vorwiegend auf die Gliedmaßen
aufgebracht werden, sollten Sie sich an diesem Abend nicht auf
diese Körperstellen beschränken. Suchen Sie sich ein
besonderes Stückchen Haut für Ihr Liebes-Mehndi aus.
Lassen Sie sich Zeit, genießen Sie die vorbereiteten Köstlichkeiten
und die gemeinsame Vorfreude auf die anschließende "Zeremonie". Ob sich die Partner anschließend über das Erlebte austauschen oder einfach still den nachschwingenden Zauber des Abends genießen wollen, liegt ganz bei ihnen selbst. In den folgenden Tagen und Wochen wird das Hennabild sie auch dann noch an die schönen Stunden erinnern, wenn die Erinnerung an eine "normale" Liebesnacht vermutlich bereits verblassen würde. Das Mehndi hilft Ihnen somit, sich Ihrer Liebe auch im oft belastenden und stressigen Alltag immer wieder bewusst zu werden. Mehndi
für Kinder Mehndi fördert das Sozialverhalten von Kindern, weil sie sich in den seltensten Fällen alleine bemalen. Viel mehr Spaß macht es schließlich, sich zu zweit oder in einer größeren Gruppen gegenseitig anzumalen. Da verzieren Kinder Kinder, Kinder ihre Eltern und Eltern ihre Kinder. Die Ergebnisse mögen mitunter nicht dem Kunstanspruch eines Erwachsenen genügen, doch darum geht es bei dieser spielerischen Auseinandersetzung mit Mehndi auch gar nicht. Den Kleinen soll es einfach Spaß machen, ihren eigenen und andere Körper zu erforschen und die Vielfalt der Mehndi-Muster zu entdecken. Hennamalerei auf der eigenen Haut fordert und fördert Kinder ganz anders als herkömmliches Malen mit Farbe und Papier. Da man beim Mehndi-Malen nicht herumtoben kann, da die Paste sonst verschmiert, lernen die Kinder ganz nebenbei still zu sitzen und ihren Körper ruhig zu halten. Damit das dem Kind nicht zu langweilig wird, sollten Eltern sich selbst die Zeit nehmen, diese Ruhephase gemeinsam mit dem Kind zu verbringen. Bei einer spannenden Erzählung wird dann das Warten wie im Fluge vergehen. Wer seine Kinder mit Mehndi vertraut machen will, darf sie nicht unter Leistungsdruck setzen. Kinder brauchen Freiraum zum Experimentieren, auch wenn das Resultat bei den ersten Versuchen vielleicht lediglich eine rötlich braun verschmierte Körperstelle ist. Mit der Zeit merken und lernen Kinder, dass es Ruhe, Aufmerksamkeit und Konzentration bedarf, um mit Mehndi etwas "Schönes" zu gestalten. Das ist nicht zuletzt deshalb wichtig, da das Mehndi auch ein paar Wochen Bestand hat, anders als Bilder, die mit Filzstiften gemalt wurden. Dennoch brauchen Kinder beim Mehndi-Malen mehr Pausen als Erwachsene. Sie sollten sich zwischendurch bewegen können, damit die Lust nicht vergeht. Eltern sollten deshalb ein bisschen darauf achten, dass sich die kleinen Künstler nicht zu große und schwierige Motive vornehmen, deren Gestaltung sie überfordert. Gut ist es auch, wenn die bemalten Stellen während des Trocknens geschützt werden können. Bedecken Sie dazu das Mehndi vorsichtig mit Watte, die zuvor in einer Zucker-Zitronensaft-Mischung getränkt wurde. Wickeln Sie nun eine Lage Haushaltsfolie um die entsprechende Körperstelle und fixieren Sie zuletzt die Folie mit einem Streifen Klebeband. So verpackt können sich die Kinder ungehindert bewegen. Beliebte Symbole für
Kinder |
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